September

Jetzt blüht der Purpur- und der Gefranste Enzian. In höheren Lagen findet man den Gelben Enzian und den Blauen Eisenhut. Beinahe jeden Tag sieht man Schwalben, die auf der Reise in den Süden sind. Nachdem sie eine Stunde über dem Dorf nach Mücken Jagd gemacht haben, überfliegen sie den Petersgrat. Da die meisten Wiesen abgemäht sind, kann man die Murmeltiere gut beobachten. Eine besonders günstige Stelle liegt im Blumental. Da in der Nähe von Häusern und der Seilbahn nicht gejagt werden darf, hat es hier auf kleinstem Raum viele dieser Tiere. Die beste Zeit, um sie zu sehen, ist früh morgens. Wer sich die Zeit nimmt, kann die Tiere beim Heuen beobachten. Schon in ein paar Wochen werden sie ihre Höhlen verschliessen und auf dem Heu den Winter verschlafen. Amerikanische Touristinnen glaubten letztes Jahr, auf Kilchbalm Bären gesehen zu haben. Leider hat es sich herausgestellt, dass es nur die harmlosen Murmeltiere waren.

Purpur Enzian

Im September werden regelmässig einige Männer von einer unheilbaren Krankheit befallen- dem Jagdfieber. Mit Hund und Gewehr stellen sie den Gemsen und Steinböcken nach. Die Gemsen enden sehr häufig in den verschiedenen Bergrestaurants. So werden jedes Jahr auf dem Spielboden gegen zwanzig Gemsen eingepfeffert. Wer diese Wildspezialität noch nie gekostet hat, dem sei sie wärmsten empfohlen. Um den Bettag, das heisst um den 20. September, endet normalerweise der Bergsommer. Das Vieh findet zu wenig Futter, und ein plötzlicher Wetterumsturz zwingt die Bauern das Vieh abzuholen. Jede Familie erhält jetzt ihren Käse.
Im Dorf sieht man überall ganze Wagenladungen Alpkäse, die in den alten Käsespeichern verschwinden. Jeder Bauer verkauft den Käse auf eigene Rechnung, doch zuvor muss er ihn noch längere Zeit mit Eifer pflegen und salzen. Am liebsten habe ich den zweijährigen Alpkäse. Er ist steinhart und eignet sich zum Hobeln.

Schafe auf dem Weg runter ins Tal