Oktober

Sehr oft herrscht während Wochen schönstes Herbstwetter. Auf den Weiden blühen die Herbstzeitlosen und erinnern uns daran, dass der Herbst bald zu Ende gehen wird. Etliche Familien halten jetzt die Schweine, die vorher auf der Alp mit der Käsemilch gemästet wurden. Sie werden noch etwa zwei Monate mit Kartoffeln und Küchenabfällen gefüttert, bevor sie kurz vor Weihnachten geschlachtet werden. Im Dorf sieht man jetzt wieder überall Tiere am Weiden. Schafe, Ziegen und Kühe fressen das letzte Gras. Danach verschwinden sie für das nächste halbe Jahr in den Ställen. Besonders bei Kühen stellt man eine unglaubliche Vielfalt fest. Anguskühe, Rhätisches Vieh, Eringerkühe, Simmentaler und Holsteiner äsen friedlich nebeneinander. Neu ist auch die Muttertierhaltung. Selbst grössere Kälber trinken noch bei ihrer Mutter.
Auf dem Schulhausplatz findet nochmals eine Viehschau statt. Die Farben werden im Herbst intensiver. Der Himmel ist stahlblau, die Laubbäume gelb bis rot und die Bergspitzen schneeweiss. Gerade jetzt ist das Wandern äusserst reizvoll. Da in höheren Lagen bereits Schnee liegt und der Boden gefroren ist, sollte man aber die Route den Verhältnissen anpassenS. Die Nächte sind empfindlich kalt und es muss jeden Abend gefeuert werden. Das Holz wird häufig im Oktober gespaltet und zum Trocknen aufgeschichtet.
Vielfach wird das Holz mit dem Helikopter aus dem Wald ins Dorf geflogen. Besonders wenn ein Föhnsturm grössere Schäden angerichtet hat, kann günstig Brennholz eingekauft werden. In der Regel muss nur der Transport beglichen werden. Damit das Holz richtig brennt, muss es ein Jahr lang trocknen. Deshalb wird es fein säuberlich um die Häuser aufgeschichtet.