November

Die erste Hälfte des Monats ist häufig noch recht warm. Man findet sogar vereinzelt unverzagte Blumen. Eifrig sammeln Landwirte mit Laubrechen das Laub auf den Wiesen zusammen. Sie füllen es in Netze und verwenden es im Winter im Stall als Strohersatz. Danach wird die Jauche aufs Land geführt. In aller Regel toben um die Monatsmitte ein paar kräftige Herbststürme. Nachdem sich der Föhn ein paar Tag ausgetobt hat, fällt dann der erste Schnee. Die Schafe und Ziegen, die immer noch das letzte spärliche Gras abweiden, müssen die nächsten Monate in den Ställen zubringen. Unser Dorf scheint den Füchsen zu gefallen. Wer am Abend die Augen offen hält, sieht sicher, wie Meister Reinecke eine Inspektion der Dorfstrasse vornimmt. Dieses Jahr brachten ein paar Füchse die Hühnerhalter zur Verzweiflung.

Nicht genug, dass sie die Hühnerställe während der Nacht besuchten und ein paar Hühner mitgehen liessen, sie kamen sogar am hellichten Tag. Seitdem der Wildhüter mit der Flinte hinter dem Hühnerhof auf der Lauer liegt, tauchen sie jetzt nur noch nachts auf. Ich liebe die ersten Schneefälle. Das Dorf wird in ein weisses, glitzerndes Gewand gehüllt und das Licht wird bei schönem Wetter gleissend. Die Schneedecke schluckt auch alle Laute. Umso besser hört man das Jauchzen der Kinder, die mit ihren Schlitten die Hänge hinabsausen und sich in der weissen Pracht vergnügen. Wenn richtig viel Schnee liegt, springen sie von hohen Mauern in den tiefen, weichen Schnee. Da und dort erscheinen zaghaft die ersten Weihnachtsdekorationen, ein paar Kerzen, Tannäste oder Kränze. Da es in der Regel sehr wenig Touristen hat, sind die Einheimischen fast unter sich.