July

Während viele Leute ihre Sommerferien in unserer Gegend geniessen, beginnt für einen grossen Teil der Gimmelwalder die härteste Zeit. Mit Sense (und wo möglich mit der Mähmaschine) und Rechen wird an steilen Hängen dem Berg das wenige Gras abgetrotzt. An entlegenen Orten wird das Heu in Netze gepackt und auf den Schultern in den nächstgelegenen Speicher getragen. In jedem Netz befinden sich zwischen 70 und 90 kg Heu. Diese Arbeit ist reine Männersache. Während viele Leute ihre Sommerferien in unserer Gegend geniessen, beginnt für einen grossen Teil der Gimmelwalder die härteste Zeit. Mit Sense (und wo möglich mit der Mähmaschine) und Rechen wird an steilen Hängen dem Berg das wenige Gras abgetrotzt. An entlegenen Orten wird das Heu in Netze gepackt und auf den Schultern in den nächstgelegenen Speicher getragen. In jedem Netz befinden sich zwischen 70 und 90 kg Heu. Diese Arbeit ist reine Männersache. Trotz aller Emanzipation fehlt den Frauen dafür die nötige Kraft. In Dorfnähe lässt sich häufig ein anderes Verfahren beobachten. Auf riesigen Plastikplanen werden ungeheure Mengen Heu geladen.
Ein starker und flinker Mann packt den Plastik und zieht ihn in eine tiefer gelegene Strasse, wo die Fuder auf ein Gefährt umgeladen werden. Einige Bauern pflanzen jedes Jahr Erdbeeren. Hotels und Geschäfte sind dankbare Abnehmer. Hier gereifte Erdbeeren sind süsser und besser als jene aus dem Flachland. Nach starken Gewittern werden die Berghänge sehr glitschig. Dies wird jedes Jahr mehreren Kühen zum Verhängnis. Viele Kühe stürzen und brechen sich die Beine. Heute fliegen Helikopter diese Kühe zurück ins Tal. Das Tier wird dabei mit einem Seil ca. 20 m unter dem Helikopter befestigt. Der Rotor des Helikopters lässt die Kuh jeweils im Kreis drehen. Ob die Kühe dies zu schätzen wissen, entzieht sich meiner Kenntnis. Vor ein paar Jahren lösten sich die Halterungsgurte während eines Fluges. Das arme Rindvieh überlebte den Sturz nicht. Der Helikopterpilot war derart geschockt, dass er notlanden musste. Jedes Jahr sterben bis 5 % aller Tiere durch Unfälle auf den Alpen. Das lebensnotwenige Heu kann hier nur gewonnen werden, wenn das Vieh weg auf den Alpen ist. Deshalb müssen die hohen Verluste während des Alpsommers hingenommen werden.